Home

Muswiesen
Quiz

Muswiesen
Kalender

Markt

Gewerbezelt

Landwirtschaftl.
Ausstellung

Galerie

Grüße
senden

von Sebastian Unbehauen

„Das ist wie Fahrradfahren“

Kornelia Birghan aus Rot am See hat schon als Jugendliche am Metzgertanz teilgenommen – und fing 2019 nach langer Pause wieder an. Traditionspflege kann halt einfach Spaß machen.

Kornelia Birghan kommt nicht einfach aus Rot am See. „Ich gehöre nach Rot am See“, sagt sie. Und somit, hat ihr Vater einst zur jugendlichen Kornelia gesagt, gehöre es sich für sie natürlich auch, beim Metzgertanz mitzumachen. Vor 27 Jahren war das. Sie machte mit, sie hatte große Freude daran, immer wieder, bis 2003. Und jetzt erneut: 2019 stieg die Pflegeassistentin am Klinikum Crailsheim nach 16-jähriger Pause wieder ein. Ein Arbeitskollege aus der chirurgischen Abteilung hatte sie überredet, mit ihm zu tanzen. Wobei, was heißt schon überredet: Birghan ist halt Gribbl durch und durch, die ganze Muswiese über hat sie Urlaub. „Das muss man leben“, sagt sie.
Wie war es, nach so vielen Jahren wieder in die Metzgertanzgruppe zu kommen, als die Proben Mitte September begannen? „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden, obwohl mich die meisten ja gar nicht kannten“, berichtet sie. „Die Gruppe ist genial. Da kommst du hin und bist gleich dabei. Das sind halt die ländlichen Menschen – unkompliziert.“

Und wie schwer war es, die Schritte wieder korrekt auf den Probenboden zu bekommen? „Überhaupt nicht. Ich habe den ersten Takt gehört und es lief“, sagt Birghan und lacht. „Das ist wie Fahrradfahren: Man verlernt es nicht.“ Große Begabung sei nicht vonnöten, um rund ums Metzgertanzfeuer eine gute Figur zu machen, findet sie: „Man hüpft ja mehr, als dass man tanzt.“ Das Füßeüberkreuzen bei gleichzeitigem Fiedeln und Trommeln erfordert aber natürlich schon Geschick. Und dann ist da noch der berüchtigte „Stern“ – eine Figur, bei der alle Tanzrädchen geschmeidig ineinandergreifen müssen. Übung muss also sein, Metzgertanz-Chefin Corina Mücke sorgt dafür, dass alle am Mittwochabend voll auf der Höhe sind – 39 Paare marschierten im vergangenen Jahr vom Kinderkarussell zum Reitplatz und hielten die Fahne der Muswiesen-Tradition hoch.

Tagsüber bereitet sich Birghan morgen tagsüber akribisch auf den Abend vor: „Mittwoch ist Kränzledooch.“ Will heißen: Im Garten werden Blümchen gesammelt, ihre Mutter bindet sie kunstfertig zusammen. Die „Fländerli“, also die roten, weißen und blauen Bändchen am Kranz, sind übrigens noch dieselben wie damals, als sie mit 16 Jahren Metzgertänzerin wurde: „Das muss bleiben, die Bändchen sind Glücksbringer.“
Wenn dann alles vorbei ist, wenn sie getanzt und am Wein genippt haben, wenn der Büttel gesprochen hat und das gemeinsam gesungene „Kein schöner Land“ verklungen ist, wenn sie dann in der Reithalle einlaufen, fällt der Druck ab. Dann wird unbeschwert gefeiert.

von Marie-Luise Landsberger

„Das ist wie Fahrradfahren“

Kornelia Birghan aus Rot am See hat schon als Jugendliche am Metzgertanz teilgenommen – und fing 2019 nach langer Pause wieder an. Traditionspflege kann halt einfach Spaß machen.

Kornelia Birghan kommt nicht einfach aus Rot am See. „Ich gehöre nach Rot am See“, sagt sie. Und somit, hat ihr Vater einst zur jugendlichen Kornelia gesagt, gehöre es sich für sie natürlich auch, beim Metzgertanz mitzumachen. Vor 27 Jahren war das. Sie machte mit, sie hatte große Freude daran, immer wieder, bis 2003. Und jetzt erneut: 2019 stieg die Pflegeassistentin am Klinikum Crailsheim nach 16-jähriger Pause wieder ein. Ein Arbeitskollege aus der chirurgischen Abteilung hatte sie überredet, mit ihm zu tanzen. Wobei, was heißt schon überredet: Birghan ist halt Gribbl durch und durch, die ganze Muswiese über hat sie Urlaub. „Das muss man leben“, sagt sie.
Wie war es, nach so vielen Jahren wieder in die Metzgertanzgruppe zu kommen, als die Proben Mitte September begannen? „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden, obwohl mich die meisten ja gar nicht kannten“, berichtet sie. „Die Gruppe ist genial. Da kommst du hin und bist gleich dabei. Das sind halt die ländlichen Menschen – unkompliziert.“

Und wie schwer war es, die Schritte wieder korrekt auf den Probenboden zu bekommen? „Überhaupt nicht. Ich habe den ersten Takt gehört und es lief“, sagt Birghan und lacht. „Das ist wie Fahrradfahren: Man verlernt es nicht.“ Große Begabung sei nicht vonnöten, um rund ums Metzgertanzfeuer eine gute Figur zu machen, findet sie: „Man hüpft ja mehr, als dass man tanzt.“ Das Füßeüberkreuzen bei gleichzeitigem Fiedeln und Trommeln erfordert aber natürlich schon Geschick. Und dann ist da noch der berüchtigte „Stern“ – eine Figur, bei der alle Tanzrädchen geschmeidig ineinandergreifen müssen. Übung muss also sein, Metzgertanz-Chefin Corina Mücke sorgt dafür, dass alle am Mittwochabend voll auf der Höhe sind – 39 Paare marschierten im vergangenen Jahr vom Kinderkarussell zum Reitplatz und hielten die Fahne der Muswiesen-Tradition hoch.

Tagsüber bereitet sich Birghan morgen tagsüber akribisch auf den Abend vor: „Mittwoch ist Kränzledooch.“ Will heißen: Im Garten werden Blümchen gesammelt, ihre Mutter bindet sie kunstfertig zusammen. Die „Fländerli“, also die roten, weißen und blauen Bändchen am Kranz, sind übrigens noch dieselben wie damals, als sie mit 16 Jahren Metzgertänzerin wurde: „Das muss bleiben, die Bändchen sind Glücksbringer.“
Wenn dann alles vorbei ist, wenn sie getanzt und am Wein genippt haben, wenn der Büttel gesprochen hat und das gemeinsam gesungene „Kein schöner Land“ verklungen ist, wenn sie dann in der Reithalle einlaufen, fällt der Druck ab. Dann wird unbeschwert gefeiert.

Weiter

Zurück

Home